Beginnen wir mal gar nicht touristisch, wie es sich für ein Ferienmagazin eigentlich gehören würde. Oberschwaben ist die Region in Deutschland, die wirtschaftlich wächst, die geringsten Arbeitslosenzahlen aufweist und internationalen Unternehmen ein ausgezeichneter Standort ist. Biberach ist der größte Forschungscampus des Unternehmens Boehringer Ingelheim und größter Produktionsstandort für biotechnisch hergestellte Pharmazeutika. In Ravensburg ist das Unternehmen Ravensburger AG, der weltbekannte Spiele- und Buchverlag, zu Hause. Dies sind nur zwei Beispiele von ganz vielen. „Schwaben sind bekannt für ihre florierende Wirtschaft. Wir sind Oberschwaben“. So lautet eine selbstbewusste Imagekampagne der IHK in Oberschwaben.
Zu diesem Selbstbewusstsein, zu dieser Modernität gehört auch, dass man, fährt man übers Land, Bilder sieht, die so ganz anders sind, die mit Unternehmen und Produktion nichts zu tun haben. Denn ihr Land, ihre Umwelt, ihre Kultur, ihre Traditionen stehen bei den Oberschwaben ganz oben. Tradition und Moderne. Hier passen sie einmal wirklich zusammen.
Hügelige Landstriche, die Ried- und Moorlandschaften, früher das „schwarze Gold“ der Region, wechseln sich ab mit barocken Bauwerken, früheren Reichs- und Fürstenstädten, die in so großer Zahl in keiner anderen Region Deutschlands zu finden sein dürften.
Oberschwaben ist sich treu geblieben. Hier sind die Innenstädte so liebenswert, weil sie seit Jahrhunderten so sind, wie sie heute noch aussehen und doch haben sie sich auch gewandelt. Gutes Leben ist hier zu Hause, in den Geschäften, den Straßencafes, den Wirtshäusern und den Restaurants. In Oberschwaben kommen sich traditionelle Küche und die Gourmetküche nicht in die Quere. Im Gegenteil, sie ergänzen sich vortrefflich.
Die barocke Pracht ist ein ganz eigenes Thema in Oberschwaben. Als Gegenentwurf zur Nüchternheit der Reformation setzte das erneute Erstarken des Katholizismus im 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts deutliche Zeichen, erneut die Pracht von Kirche und Adel zu demonstrieren. Bezahlt haben diese Pracht übrigens nicht die Priester und die Adligen, sondern die Oberschwaben selbst: durch ihre Abgaben (heute Steuern). Mit der Säkularisierung im 19. Jahrhundert wurden viele der Prachtbauten in weltliches Eigentum überführt.
Die Oberschwaben können mit ihren barocken Schätzen gut umgehen. Sie sind für sie nicht Demonstrationsobjekte einer „besseren“ Zeit, kein rückwärtsgewandtes Traditionsverständnis. In Oberschwaben trifft man eine ausgeprägte
Haltung: Wer seine Geschichte und Traditionen nicht kennt, hat auch keine Zukunft.
Erhalten geblieben ist uns auch die barocke Kochkunst. Beim Essen wie im Barock und einem guten Bier aus Oberschwaben stellen sich dann die positiven Seiten der eigenen Geschichte ein und reden über Dies und Das, macht dann erst richtig Laune.
Oberschwaben ist eine ausgeprägte Gesundheits- und Bäderregion. Ob Moorbäder, Thermalwasser oder Saunalandschaft – Oberschwaben wartet mit zahlreichen Wellness- und Kureinrichtungen auf. Entspannung für Körper, Geist und Seele. Zehn Orte bilden die Schwäbische Bäderstraße. Beste Betreuung, fachliche Kompetenz aber auch jede Menge Spaß sind in den oberschwäbischen Gesundheitsorten garantiert.
Die Landschaft von Oberschwaben ist vielfach ausführlich beschrieben. Touristisch gesehen denken manche, Oberschwaben sei das „Hinterland“ vom Bodensee. Das ist nun ganz falsch. Ist die Toskana denn das Hinterland der italienischen Mittelmeerküste zwischen Carrara und Grosseto? Eben – Oberschwaben hat seine ganz eigene Identität, seine eigenen touristischen Angebote und noch zusätzlich den Bodensee vor der Haustür. Besser geht’s gar nicht. Oberschwaben bietet vieles… Fahren Sie hin! Machen Sie sich Ihr eigenes Bild.
Thomas Willauer





